07. September 2015

Trendbarometer IKT: Business Angels sehr beliebt

Trendbarometer IKT 2015, S. 14

Abbildung aus Trendbarometer junge IKT-Wirtschaft 2015, hrsg. von Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Stand August 2015, S. 14.

Im Rahmen einer Kurzstudie des „Trendbarometer junge IKT-Wirtschaft 2015“ wurden Gründerinnen und Gründer der Informations- und Kommunikationstechnologiebranchezu ihren Finanzierungsquellen und Wunschfinanzierungen befragt. Das Ergebnis war eindeutig: Sowohl in der Realität als auch als Wunschpartner sind Business Angels die wichtigsten Kapitalgeber. Dieser Zustand hält sich bereits seit 2012 und ist bis heute stetig gewachsen.

Die Informations- und Kommunikationstechnologien genießen in der deutschen Innovationspolitik eine stetig wachsende Aufmerksamkeit. Gerade durch die zunehmende digitale Vernetzung der Arbeitsprozesse werden neue Stoßrichtungen und Maßnahmen für die digitale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands formuliert. Die Studie zeigt, dass Gründerinnen und Gründer, trotz der rückläufigen Gründungsneigung in Deutschland, zumindest in Betrachtung des eigenen Vorhabens optimistisch in die Zukunft schauen. So gab mehr als die Hälfte der Befragten an, eine gute Auftragslage zu haben und etwa 92% erwarten eine positive Entwicklung. Dieser Optimismus ist vor allem bei jungen IKT-Unternehmern weit verbreitet.

Aus der Studie geht hervor, dass der Trend zu Crowdfunding und Crowdinvesting als Finanzierungsform eine interessante Entwicklung durchmacht. So sind beide Finanzierungsformen in 2015 bereits erwünschter als die Finanzierung durch die Hausbank. Trotzdem ist Crowdinvesting für Gründerinnen und Gründer immer noch eine eher selten gewählte Finanzierungsform. Die befragten Gründer stehen bei dieser Finanzierungsform den Realisierungschancen skeptisch gegenüber. Tatsächlich geben zehn Prozent der Befragten, an eine der beiden Formen während der Gründungsphase genutzt zu haben. Das ergibt im vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 6%. Eigenkapital, Business Angels und staatliche Förderangebote durch Bundesländer, die KfW und den High-Tech Gründerfonds sind allerdings weiterhin die bevorzugten Finanzierungsformen, wobei sich Business Angels als Kapitalgeber der größten Beliebtheit erfreuen.

Business Angels bringen verschiedene Vorteile mit sich, die dabei helfen, Herausforderungen zu meistern, die bereits in der Studie aus dem letzten Jahr angesprochen wurden. So benötigen gerade technisch orientierte Unternehmen, zusätzlich zu ihrer fachlichen Expertise, betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Dies ist nur einer von vielen Aspekten, der die Business Angels als Investoren mit ihrem zweiten Flügel, sprich dem unternehmerischen Know-how, das sie mitbringen, attraktiv macht. Ein weiterer Punkt ist der Wunsch junger IKT-Unternehmer nach einer Vernetzung mit etablierten Unternehmen, um sowohl nationalen als auch internationalen Zugang zu bestehenden Märkten zu erlangen. Auch an dieser Stelle kann ein Business Angel mit seinem eigenen Netzwerk helfend eingreifen.

Anhand der Umfrageergebnisse wird ersichtlich, dass es eine Reihe von Faktoren gibt, die Business Angels für junge IKT-Unternehmen attraktiv macht und dass diese in hohem Maße von diesen Unternehmen geschätzt und auch umgesetzt werden. Die positiven Entwicklungen im Bereich des Crowdinvestings sind allerdings weiter im Auge zu behalten, zumal Plattformen wie die BANDmitglieder Venturate oder Companisto auf die Kooperation zwischen Angel und Crowd setzen.

 

Quelle:

http://www.gruenderwettbewerb.de/service/publikationen/trendbarometer-2015