03. August 2018

Grown-ups setzen auf Start-ups: Strategische Zukunftsthemen Motiv für Kooperationen

Jedes zehnte Familienunternehmen beteiligt sich an Start-ups IfM_Famis und Startups

Besonders die großen Familienunternehmen sind aktiv: so gehen 24% der Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern Minderheitsbeteiligungen in Start-ups ein. Abb. aus "Die größten Familienunternehmen in Deutschland", S. 9.

Im Jahr 2018 kooperiert nahezu jedes zweite große Familienunternehmen mit Start-ups, von welchen wiederum 38,2% drei bis fünf Kooperationen eingehen. Als Motivation im Vordergrund stehen hierbei strategische Zukunftsthemen, wie neue Technologien erschließen zu wollen und die digitale Transformation zu meistern. Trotz unterschiedlicher Unternehmenskulturen in Grown-ups und Start-ups sind rund 70% der Familienunternehmen mit den Kooperationen zufrieden. Dies geht aus der jüngst veröffentlichten Studie „Die größten Familienunternehmen in Deutschland“ hervor, die vom Institut für Mittelstandsforschung durchgeführt und gemeinsam vom Bundesverband der Deutschen Industrie e.V und der Deutschen Bank AG herausgegeben wurde.

Häufigkeit und Form der Kooperation:

Zu beobachten ist, dass größere Familienunternehmen mit höherer Wahrscheinlichkeit Kooperationen eingehen als kleine und mittelständische. Während im Durschnitt 47,7% aller Unternehmen mit Start-ups kooperieren, sind Unternehmen mit einem einem Umsatz von mehr als 250 Mio. Euro mit 68% noch einmal deutlich kooperationswilliger. Neben den für eine Kooperation benötigten Ressourcen, könnte dieser Trend auf eine grundsätzlich höhere Bereitschaft größerer Unternehmen zur Produkt- und Verfahrensinnovation zurückzuführen sein.

Die häufigste Form der Kooperation zwischen Familienunternehmen und Start-ups stellt dabei die Kunden-Lieferanten Beziehung dar, gefolgt von Joint-Ventures. Als eine Art Business Angel agieren Familienunternehmen in 10% der Fälle, indem sie eine Minderheitsbeteiligung am Start-up eingehen. Eine komplette Übernahme gibt es in 7% der Fälle, genauso häufig sind unternehmenseigene Inkubator- oder Akzeleratorprogramme.

Kooperationsprozess und Motivation:

Während für die Familienunternehmen die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund der Maßnahmen steht, erhoffen sich die Start-ups aus der Zusammenarbeit eine Beschleunigung der eigenen Wachstums- und Entwicklungsprozesse. Hierbei sind zur Initiierung der Kooperationsbeziehungen kaum externe Berater gefragt. Vielmehr geht in 87% der Fälle die Initiative direkt von der Geschäftsleitung des jeweiligen Familienunternehmens aus, größtenteils basierend auf Empfehlungen aus dem eigenen Netzwerk.

Bei der Partnerwahl wird vor allem auf Aspekte geachtet, welche einen sofortigen Nutzen für den unternehmerischen Alltag mit sich bringen. Für mehr als zwei Drittel der kooperierenden Unternehmen spielt hierbei die Branchenerfahrung der Gründer einen entscheidende Rolle.

Ausblick:

Für die Zukunft sprechen sich gerade die bereits kooperierenden Unternehmen für öffentliche Maßnahmen aus, welche die Anbahnung unterstützen sollen. Rund 46% der kooperierenden Familienunternehmen wünschen sich ein elektronisches Portal, welches Start-ups und etablierte Unternehmen zusammenbringt, gefolgt von einem Wunsch nach Best-Practice-Materialien.

Die Studie zum Download (PDF):

https://bdi.eu/publikation/news/die-groessten-familienunternehmen-in-deutschland-i2018/