24. November 2019

„Engel fliegen auf Software“ – Business Angels Panel Nr. 69 erschienen


Trotz durchwachsener Exitbilanz investieren die informellen Wagniskapitalgeber eifrig – am liebsten in Programmierer und Umwelttechniker.

Business Angels stehen Jungunternehmern verschiedenster Branchen mit Rat, Tat und Geld zur Seite. Derzeit nehmen sie am liebsten Softwareentwickler unter ihre Fittiche. Das zeigt das aktuelle Business Angels Panel: Schon das dritte Quartal in Folge stehen gründungswillige Programmierer in der Gunst der befragten Investoren ganz oben. Auf den weiteren Plätzen folgen Umwelttechniker, Webserviceanbieter und Industrie-Automatisierer.

Die Gründer ihrerseits suchen händeringend Business Angels. Das jedenfalls offenbart der aktuelle Deutsche Start-up Monitor, herausgegeben vom Bundesverband Deutsche Start-ups und dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PWC. Demnach wünschen sich 39 % aller Jungunternehmer eine Kooperation mit den „himmlischen Geldgebern“. Tatsächlich schließen aber nur 23 % einen solchen Bund fürs Business.

Warum matcht es nicht öfter? Ute Günther, Co-Vorstand des Business Angels Netzwerks Deutschland (BAND), vermutet zwei Gründe: „Viele Geschäftsmodelle eignen sich nicht für eine Wagnisfinanzierung.“ Ihnen fehle das nötige Wachstumspotenzial. „Außerdem mangelt es an einer ausreichend großen Zahl informeller Investoren.“

Letzteres ist fast verwunderlich. Denn die wenigen, die ihr privates Kapital in die Hände von Nachwuchsunternehmern geben, sind mit ihrem Engagement sehr zufrieden. Sie bewerten ihre aktuelle Geschäftslage mit 5,5 von 7 Punkten. Und der Wert für die Geschäftsaussichten ist kaum kleiner.

Dieses seit Jahren anhaltende Hochgefühl basiert nicht allein auf der Befriedigung philanthropischer Motive. Es geht den Engeln auch ums Geld. Irgendwann wollen sie ihr investiertes Kapital zurück – bestenfalls mit angemessener Rendite. Zuletzt funktionierte das jedoch nur leidlich: Die 22 Panelteilnehmer meldeten sechs Exits. In der Hälfte der Fälle fand die Trennung vom Gründerteam auf dem Unternehmerfriedhof statt – die Beteiligung musste also abgeschrieben werden. Zweimal wurden die Anteile an einen anderen Finanzierer veräußert, einmal an ein Unternehmen.

Ausbremsen lassen sich die Befragten davon nicht. Fast jeder zweite (45 %) investierte im dritten Quartal frisches Kapital, teils mehrfach. Pro Deal wechselten dabei knapp

60 000 € den Besitzer. Jeder einzelne Engel nahm rechnerisch 45 000 € in die Hand. Dementsprechend wachsen die Portfolios: Inzwischen betreut jeder Panelteilnehmer rund sechs Start-ups.

Einzige Schattenseite des eifrigen Investierens: Das Budget für künftige Engagements schrumpft: Schon 73 % ihrer für Wagnisfinanzierungen vorgesehenen Mittel haben die Befragten ausgegeben. In der fast 18-jährigen Geschichte des Panels war der Wert nur dreimal höher. Dabei sind die Engel nicht gierig. Bei knapp drei Viertel aller Beteiligungen halten sie weniger als 10 % der Unternehmensanteile. Mehrheitsbeteiligungen wurden keine gemeldet.

Zur Meldung auf der Seite des BAND Medienpartners VDI Nachrichten kommen Sie hier.

via VDI Nachrichten, sta