08. September 2016

Crowdinvesting wächst europaweit deutlich

Großbritannien ist dominierender Marktführer für alternative Finanzierungsformen insgesamt 2nd annual european alternative finance industry survey 2016

In Kontinentaleuropa an zweiter Stelle: Deutschlands Crowdinvestoren (in blau), Abb, aus 2nd Annual European Alternative Finance Industry Survey, S. 34.

Laut dem „2nd Annual European Alternative Finance Industry Survey“ der University of Cambridge und KPMG, hat der Markt für alternative Finanzierungen im Jahr 2015 ein Volumen von 5,4 Milliarden Euro erreicht. Diese bedeutet ein Wachstum von 92%. Den weitaus größten Markt für alternative Finanzierungsmöglichkeiten in Europa hat Großbritannien, gut 80% des Gesamtvolumens spielten sich dort ab.

Für die Studie wurden 393 alternative Finanzierungsanbieter (Crowdfunding, Peer-to-peer lending, Crowdinvesting u.a.) aus 32 europäischen Ländern befragt, die nach Schätzung der Autoren ca. 90% des sichtbaren Marktes abdecken.

Betrachtet man das Crowdinvesting isoliert für Kontinentaleuropa, so fällt auf, dass es mit 159 Millionen Euro nach Krediten von Privatpersonen und Krediten von Unternehmen das drittgrößte Marktvolumen aufweisen kann. Dies bedeutet ein Wachstum von 92% im Vergleich zum Vorjahr.

Im Hinblick auf Co-Finanzierung ist zu verzeichnen, dass immerhin 8% der Summe aller Crowdinvesting Beträge von institutionellen Investoren getragen werden. Dies schlägt sich auch in der Summe nieder, mit der durchschnittlich Start-ups über die Crowd finanziert wurden, die mit 459.000 € deutlich höher liegt als etwa Unternehmenskredite.

Mit Blick auf Deutschland muss man feststellen, dass die regulatorischen Anpassungen im Zuge des Kleinanlegerschutzgesetzes anscheinend das Wachstum der Branche im Jahr 2015 gebremst haben: Tatsächlich fiel das Marktvolumen des Crowdinvestings im Vergleich zum Vorjahr um 21% auf 24 Millionen €.

Uli W. Fricke, Geschäftsführerin von BANDmitglied Fundernation, blickt dennoch positiv in die Zukunft. Die Umstellungen im Zuge des Kleinanlegerschutzgesetzes hätten dafür gesorgt, dass viele Finanzierungen ins Folgejahr verschoben worden seien. Eine Umkehr des Trends deute sich in den Quartalszahlen für 2016 bereits an.

Quellen:

Pressemitteilung Fundernation

https://www.fundernation.eu/PR/160905-Pressemitteilung.pdf

Zum kompletten Survey geht es hier

https://issuu.com/cambridgejbs/docs/2016-european-alternative-finance-r