11. August 2017

Business Angels Panel Nr. 62 (2. Quartal 2017)

Viel mehr Geld für Gründer - Die informellen Finanzierer griffen zuletzt tief in ihre Taschen 32_Business angels Panel_Geschäftsklima-01 (002)

32_Business angels Panel_Branchen-01Das Förderprogramm „Invest 2.0“ des Bundeswirtschaftsministeriums wirkt. Im Januar wurde es eingeführt – und schon im zweiten Quartal haben die informellen Wagnis­finanzierer in Deutschland ihre Investitionen spürbar erhöht. Das jedenfalls zeigt das aktuelle Business Angels Panel. Die Zahl der Deals stieg ebenso wie die investierte Summe.

Die 33 Umfrageteilnehmer haben im Durchschnitt knapp 172 000 € in die Hand genommen. Das ist mehr als drei Mal so viel wie im Vorquartal. Zugegeben: Die Zahl wird verzerrt durch das schier unglaubliche Engagement eines Einzelnen, der satte 1,4 Mio. € für ein Unternehmen locker machte. Doch auch unter Ausblendung dieses Ausreißers konnte das durchschnittliche In­vestitions­volumen mehr als verdoppelt werden.

Erfreulich ist, dass auf breiter Front investiert wurde: Knapp zwei Drittel der Befragten unter­schrieben neue Beteiligungsverträge, einige gleich mehrere. Eine solche Quote hat es in der inzwischen gut 15-jährigen Geschichte des Panels nie gegeben.

Am liebsten beteiligten sich die Befragten zuletzt an Softwareentwicklern. Auf den Plätzen folgen die Anbieter von Webservices und Industrieautomatisierer. Am unteren Ende der Hitparade finden sich Chemiker, Hardware-Entwickler und Einzelhändler.

Rein rechnerisch betreuen die Business Angels durchschnittlich knapp acht Start-ups. Diese Zahl wird allerdings verzerrt durch eine Hand voll Power-Angels, die mehr als zehn Küken unter ihren Fittichen haben. Der Rekordhalter meldet sogar 30 Beteiligungen.

Ernüchternd fiel die jüngste Exitbilanz aus: Die Finanzierer trennten sich von lediglich sechs Unternehmen. In gleich vier Fällen geschah dies auf dem Unternehmensfriedhof – die Beteiligungen mussten also abgeschrieben werden.

32_Business angels Panel_Einsatz-01Die positive Stimmung wurde dadurch aber kaum getrübt. Insgesamt bewerteten die Finanzierer ihre Geschäftslage mit 5,79 Punkten. Das ist der dritthöchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Skala reicht von 1 (=sehr schlecht) bis 7 (=sehr gut).

Bei den Geschäftsaussichten reichte es mit 5,81 sogar zum zweitbesten Wert seit 2002.

Bei den Zusatzfragen der jüngsten Panelrunde ging es u. a. um den halbstaatlichen High­techgründerfonds (HTGF). Das ist der mit Abstand aktivste Frühphasenfinanzierer in Deutschland. Im Herbst geht die dritte Generation des Fonds mit einem Volumen von 300 Mio. € an den Start. Ist er für die informellen Wagnisfinanzierer eine unliebsame Konkurrenz? Oder ein willkommener Sparrings­partner und ggf. Co-Investor ? Die Antwort fällt deutlich aus: 80 % der Befragten sagen, dass Deutschland den HTGF braucht.

via VDI Nachrichten, sta