01. Dezember 2015

Berlin und Hamburg haben die höchsten Gründungsquoten

Analyse von KfW Research zeigt regionale Diversität bei Gründungen KfW Fokus VW 111, S. 8
Abbildung entnommen aus: KfW Research - Fokus Volkswirtschaft Nr. 111, November 2015
Deutschland einig Gründerland? Mitnichten! Ein Bundesländervergleich

BAND Sponsor KfW hat eine Untersuchung (Fokus Volkswirtschaft 111) veröffentlicht, die mittels Daten des KfW-Gründungsmonitors der Jahre 2009 bis 2014 erstellt wurde. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Gründungstätigkeit in Deutschland regional sehr unterschiedlich ist: Die im Mittel der Jahre 2009 bis 2014 höchste Gründerquote (Berlin 2,55) ist um den Faktor 2,4 höher als die niedrigste (Brandenburg 1,07). Auch bei anderen Gründungsmerkmalen wie Branchenstruktur, Frauenbeteiligung oder Motiv der Gründer sind regionale Unterschiede festzustellen.

Die Studie sortiert die Bundesländer nach Gründer- und Projektmerkmalen in etwa vier Kategorien:

Die nördlichen Flächenländer Niedersachen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein und Mitteldeutschland mit Thüringen. Hauptmerkmale dort sind neben einer geringen bis mittleren Gründerquote ein mittlerer bis hoher Anteil von Gründern in gewerblichen Tätigkeitsfeldern sowie eine vorwiegend chancendominierte Motivlage.

Die süd- und westdeutschen Flächenländer wie Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland zeichnen sich dagegen durch eine mittlere bis hohe Gründerquote, einen hohen Nebenerwerbsanteil sowie einen mittleren Anteil von Gründern in freiberuflichen Tätigkeitsfeldern aus.

In den östlichen Flächenländern Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind laut KfW eine geringe Gründerquote, ein sehr hoher Anteil von Gründern in gewerblichen Tätigkeitsfeldern, ein hoher Vollerwerbsanteil und eine eher notdominierte Motivlage festzustellen.

Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg sind laut KfW mit einer sehr hohen Gründerquote, einem hohen Anteil von Gründern in freiberuflichen Tätigkeitsfeldern sowie einer ausgeglichenen Chance-Not-Motivlage zu kategorisieren.

Gemeinsamkeiten zwischen allen Bundesländern liegen in den Gründen für einen vorzeitigen Abbruch der geplanten unternehmerischen Tätigkeit: Für 35% der Personen, die eine geplante Gründung im Vorfeld abbrechen, spielt die Problematik der Finanzierung eine herausragende Rolle. Auch wenn die Untersuchung nicht nur innovative Start-ups in den Blick nimmt, lassen sich aus dieser hohen Zahl Rückschlüsse ziehen für den Bedarf an Business Angel Finanzierungen in Deutschland.

Mehr Informationen und den ganzen Fokus Volkswirtschaft 111 gibt es bei der KfW:

https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Service/Download-Center/Konzernthemen-%28D%29/Research/Fokus-Volkswirtschaft/?kfwnl=Presse.27-11-2015.464031