06. April 2020

2019: Mehr Kapital für deutsche Tech-Start-ups


Zumindest noch für 2019 galt: Die deutsche Technologie-Start-up Szene boomt. Zu diesem Ergebnis kam die Studie „Venture Capital and Start-ups in Germany 2019“ von Ernst & Young (EY). Untersucht wurden alle Investitionen, welche 2019 in Tech-Start-ups aus Deutschland getätigt wurden.

Die erste Erkenntnis ist: In deutsche Start-ups wurde 2019 bedeutend mehr investiert als noch im Jahr 2018. 2019 erhielten die Top-100 Start-ups elf Milliarden Euro Kapital, was 4,8 Milliarden mehr sind als noch im Vorjahr. Dies ist eine Steigerung von 77 Prozent. Mit 560 Millionen US-Dollar bekam der Mobilitätsdienstleister Flixbus die höchste Finanzierung im Jahr 2019.

Die zweite Erkenntnis: Auch deutsche Investoren gewinnen an Bedeutung dazu. Immer öfter können immer größere Mengen an Kapital zur Verfügung gestellt werden. Dazu kommt das wachsende Know-how, welches die Reife des deutschen Venture-Capital Marktes anzeigt. In Zukunft werden demnach Start-ups in den frühen Anfangsphasen deutlich bessere VC Unterstützung erhalten können. In späteren Entwicklungsphasen investieren aber immer noch ausländische Venture-Capital Firmen deutlich mehr.

Und die wichtigste Erkenntnis der Studie: Neugründungen mit nachhaltigen Konzepten, wie z.B. Clean-Tech oder E-Mobility, wurden 2019 so viel gefördert wie noch nie. Von der gesamten Investitionsmenge, welche 2016 an die damaligen Top 370 Unternehmen ausgezahlt wurde, gingen zwei Prozent (137 Millionen) an nachhaltige Unternehmen. Dagegen bekamen 2019 nachhaltige Unternehmen 1,28 Milliarden Euro, was neun Prozent des investierten Kapitals entspricht.

Für die Entwicklung gibt es lt. EY mehrere Gründe: Zum einen findet ein strukturelles Umdenken in den Köpfen der Gründer statt, was mit dem Generationenwechsel in der Unternehmenswelt zu erklären sein dürfte. Ebenfalls wichtig ist die Veränderung im Denken der Konsumenten, welche sich entscheidend auf den Markt der Zukunft auswirken dürfte. Start-ups, die nicht nachhaltig handeln, könnten Kunden verlieren, wodurch auch Investoren von der Förderung dieser Unternehmen abgehalten werden.

Foto: kasto@Adobestock