16. Oktober 2013

Nach der Bundestagswahl: Erwartungen an eine Bundesregierung

Deutschland hat gewählt! Die alte Bundesregierung wurde abgewählt, eine neue ist noch nicht in Sicht. Dennoch, auch eine neue Bundesregierung muss das Ziel verfolgen, Wachstum und Beschäftigung in Deutschland zu sichern und weiter auszubauen.

Tatsächlich hat die bisherige Bundesregierung mit dem Investitionszuschuss Wagniskapital, dem Beirat für digitale Wirtschaft im Bundeswirtschaftsministerium und den ehrgeizigen Zie¬len, Deutschland international zu einem der führenden IKT Standorte zu machen, einiges für den Business Angels Markt sowie die Start-up Szene in Deutschland bewegt. Auch konnte der Versuch des Bundesrates eine Besteuerung von Beteiligungserträgen zu erreichen, erfolgreich verhindert werden.

Diese richtigen Ansätze müssen durch die folgenden Maßnahmen auch von einer neuen Bundesregierung konsequent fortgesetzt und ausgebaut werden:

Steuerliche Anreize für Wagniskapital und Business Angels schaffen!
Deutschland braucht technologieorientierte innovative Start-ups, um international weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Gerade diese Unternehmen haben es jedoch häufig schwer eine stabile Finanzierung, insbesondere in der Frühphase sicherzustellen. Eine Kreditfinan¬zierung scheitert meist an zu hohen Risiken und zu geringen Sicherheiten. Deutschland benötigt daher gezielte steuerliche Anreize für Business Angels, um mehr privates Beteiligungskapital zur Finanzierung von innovativen Start-ups in der Frühphase zu mobilisieren. In diesem Zusammenhang sollte insbesondere die steuerliche Behandlung von Verlusten bzw. Verlustvorträgen bei mit Beteiligungskapital finanzierten Start-ups verbessert werden.

Weiterführung des Investitionszuschusses Wagniskapital!
Mit dem Investitionszuschuss Wagniskapital ist von der alten Bundesregierung ein neues sehr effektives Förderinstrument geschaffen worden, das von der Zielgruppe bereits stark genutzt wird. Mit diesem Programm hat die alte Bundesregierung einen Weg beschritten der weiter fortgesetzt werden muss.

Auf- und Ausbau der Gründerkultur in Deutschland!
Der Global Entrepreneurship Monitor bescheinigt Deutschland eine im internationalen Ver-gleich unterdurchschnittlich ausgeprägte Gründerkultur. Für einen Großteil der Bevölkerung, so heißt es in der Studie, sei die unternehmerische Selbstständigkeit keine erstrebenswerte Alternative zur abhängigen Beschäftigung. Die Konsequenz: Im Bereich der Gründerquote liegt Deutschland im Vergleich zu anderen entwickelten Industriestaaten, konstant auf einem der hinteren Plätze. Deutschland braucht daher praxisnahe Gründerqualifizierungs¬programme, die schon in Schulen und Hochschulen ansetzen.

Förderung des Forschungs- und Entwicklungstransfers!
Deutschland verfügt über eine leistungsfähige Forschungslandschaft. Dennoch erfolgt eine Umsetzung innovativer Ideen in die Wettbewerbswirtschaft noch zu schleppend. Will man das große Potential an Forschungsergebnissen und Fachwissen volkswirtschaftlich besser nutzen, muss gerade der Technologietransfer weiter und besser gefördert werden. Programme die gerade Hochschüler und Wissenschaftliche Mitarbeiter dazu motivieren, ihre Ideen als Unternehmer umzusetzen und als echte Alternative zu einer Angestelltentätigkeit gesehen werden, müssen kurzfristig aufgelegt werden.

Steuerliche Begünstigung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen
Die steuerliche Behandlung von Forschung und Entwicklung in Deutschland entspricht nicht dem internationalen Standard. Deutschland gehört zu den wenigen Ländern in denen diese Leistungen nur unzureichend die Steuerlast von Unternehmen reduzieren. Hier muss eine dem internationalen Standard folgende steuerliche Regelung gefunden werden, die Anreize schafft mehr in die Entwicklung neuer marktfähiger Technologien zu investieren.