20. März 2015

"Wir sollten wirklich große Unternehmen bauen."

Im Interview - Benedict Rodenstock Header_Website

Mit Astutia Ventures auf die Internet-Branche fokussiert: In unserer Reihe porträtieren wir heute Benedict Rodenstock

Zunächst einige allgemeine Fragen: Seit wann sind Sie als Business Angel aktiv und wie sind Sie dazu gekommen, in Start-ups zu investieren?

Als Business Angel bin ich seit 2006 aktiv, nachdem wir unser Familienunternehmen an einen Finanzinvestor verkauft hatten. Da ich zuvor in der Internet-Branche operativ gearbeitet und meinen MBA abgeschlossen hatte, lag es nahe, selbst in das Beteiligungsgeschäft einzusteigen. Ich wollte mich schon immer selbstständig machen. Mein Urgroßvater, mein Großvater, mein Vater – alle waren Unternehmer.

Haben Sie einen Branchenfokus bei Ihren Beteiligungen? Steht dieser in Zusammenhang mit Ihren beruflichen Erfahrungen vor Ihren BA-Aktivitäten?

Mein Branchenfokus ist die Internet-Branche. Darüber hinaus haben wir keine Spezialisierung. Durch meine vorherige operative Berufserfahrung bei einem Internet 1.0 Startup und bei einer konzerneigenen Online-Agentur kann ich Geschäftsvorhaben aus dem Internet-Bereich am besten beurteilen.

Sie betreiben mit Astutia seit 2006 ein Beteiligungsunternehmen, das in der frühen Phase in Start-ups investiert. Welche Vorteile sehen Sie in der Syndizierung von Beteiligungen und welche speziellen Herausforderungen liegen darin?

Der Vorteil von Syndizierungen liegt in den größeren Beträgen, die zusammen kommen, sowie im gebündelten Know-How und Know-Who. Die Herausforderungen liegen in einem erhöhten Koordinationsaufwand, vor und während der Beteiligung. Ein kooperatives Verhalten aller Beteiligten ist da unerlässlich.

Welche Qualitäten muss ein Gründerteam mitbringen, um Sie zu begeistern und von einem Investment zu überzeugen?

Das Team ist das Wichtigste. Es sollten mehrere komplementäre Personen sein, die ihre Umsetzungsstärke vermitteln können und mit denen wir arbeiten können. Neben einer guten Idee sollten die finanziellen und rechtlichen Bedingungen stimmen und der Gesellschafterkreis vertrauenswürdig sein.

Zum Abschluss eine Frage zum Business Angel Ecosystem in Deutschland: Was gefällt Ihnen gut und was muss sich Ihrer Ansicht nach in der Frühphasenfinanzierung ändern?

Die Szene hat in den letzten Jahren mächtig an Fahrt gewonnen. Aber es ist immer noch zu wenig Geld im Markt, insbesondere für Folgefinanzierungen. Wir sollten öfters weniger schnell verkaufen und wirklich große Unternehmen bauen.

Kontakt

www.astutia.de

Mit Benedict Rodenstock sprach BAND Projektmanager Matthias Wischnewsky

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